Runder Pokalauftakt für die Luden
Die lange Zeit des Wartens ist vorbei, der kalte, dunkle Winter ist überstanden, die Vögel singen wieder, das erste Grüne des Grases sticht hervor und an den Pflanzen öffnen sich zaghaft die ersten Knospen, die Sonne strahlt und spendet endlich langersehnte Wärme. Die Erinnerungen an eisige Nächte werden schwächer, Gelächter hält wieder Einzug in die zuvor wie erstarrten Gänge des Schlosses und die leichte Lebenslust ist zurück in den Herzen der Menschen, denn es gibt nur ein Gesprächsthema:
Der UniPokal 2012 hat begonnen! DIE LETZTEN LUDEN spielen wieder!
Am letzten Freitag war es wieder an der Zeit, Fussball in allen seinen Facetten zu zelebrieren! Der mit großem Erwarten begrüßte Pokaleinstieg der Pokalveteranen stand an, die Zuschauerscharen konnten ihre Erregung und Vorfreude kaum im Zaum halten, schnell füllten sich die Ränge mit erwartungsfreudigen Freunden des anspruchsvollen Ballsports.
Austragungsort dieses denkwürdigen Ereignisses war das Schnickenloch, ein Hexenkessel in bester Lage, direkt am Vater Rhein, den die zahlreichen Unterstützer schnell zum Kochen und Erbeben zu bringen wussten.
Der Gegner, eine Abordnung der Demokraten des Studierendenrates, war den Ludischen Prachtkerlen weitgehend unbekannt, auch die ansonsten so wertvolle Scouting-Abteilung konnte vor Anpfiff keine weiteren Einschätzungen über eventuelle Stärken und Schwächen mehr liefern, sodass sich die Kiezkämpfer in der Kabine in erster Linie auf ihre eigenen Qualitäten - eine unerschütterliche Abwehr, schnelles Kombinationsspiel und einen zauberhaft flinken Sturm - zu besinnen hatten.
Trotz alledem begann das Spiel mit einem Schock für unsere Lieblinge, die schon nach 5 Minuten durch einen absolut unhaltbaren Volleyschuss, der sich in CR7-Manier hinter dem ansonsten felsenfesten "Pippo" Hasbach ins Tor senkte. Doch dort, wo bei anderen Menschen die Resignation zu finden ist, hat die Ludenpsyche nur Trotz und Gegenwehr. Und so machten sich die Lupinenhelden unaufhaltsam ans Werk, dominierten das Spiel ohne Zweifel an ihrer Klasse zu lassen und spielten sich Chance um Chance heraus. Der gegnerische Torwart und das Aluminium blieben allerdings zunächst noch Endstation für die nicht nachlassenden Angriffswellen, die vor allem über die beiden laufstarken und technisch versierten Stürmer "Roque" Vierneisel und Nico Katz auf die Gegner herniederbrachen. So brachte dann auch erst schiere Gewalt den verdientesten Ausgleich seit Antônio Da Silva's Tor gegen Hoffenheim, als "Roque" Vierneisel den Ball im vierten unmittelbaren Versuch über die Linie zu bringen vermochte. Die Freude war groß, die Energie ungebrochen und die Gedanken vielleicht bereits in der Pause als die Gegner, die bis auf spärliche Entlastungsangriffe, die von ludischer Verteidigung und Tormann eiskalt zunichte gemacht worden waren, keinerlei Avancen zustande hatten bringen können, ein weiteres Mal vom Glück belohnt wurden: In der 45. Minute brachte einer der Asteanen einen Schuss zustande, der in seiner Kraft, Präzision und Unhaltbarkeit nicht zu übertreffen war, 50m weit und direkt unter die Latte.
Der Pausenpfiff ertönte und ließ den immer noch siegessicheren Luden Zeit zur Besprechung und Neueinstellung des Teams, an dessen Spiel man in der ersten Hälfte allenfalls die Chancenauswertung hätte bemängeln können. Und diese fruchtete: Kaum war man wieder auf dem Platz zeigten sich bereits Unterschiede im Spielaufbau, der Ball lief noch besser als zuvor und der schöne Kombinationsfussball war dann auch nach nicht allzu langer Zeit vom wiederum hochverdienten Ausgleich gekrönt. Kurz darauf dann die alles entscheidende Wende des Spiels: Der geniale Abwehrstratege "Tobsen" Bodenhöfer trug den Ball mit seinen gewaltigen Schritten nach vorne, nicht ohne den ein oder anderen Gegner aussteigen zu lassen, und gab geistesgegenwärtig an "Roque" weiter, der wiederum nur an Nico Katz durchzustecken brauchte um ihm beim erbarmungslosen Abschluss zuzuschauen!
Die Führung wirkte wie Ecgonylbenzoat auf die Luden und die folgende Phase trotzt jedweder Beschreibung: In nur 10 Minuten schafften es die Beschützer des schwachen Geschlechts im ältesten Gewerbe der Welt mit einer unnachahmlichen Leistung dem Neuzugang "Roque" einen lupenreinen Hattrick zu ermöglichen und damit die Führung auf ein wohlklingendes 6:2 zu erhöhen.
Einzig die Dunkelheit durch Fehlfunktion der Flutlichtanlage vermochte es an diesem Abend, der Spielfreude und dem Tordurst der Luden ein abruptes Ende zu verleihen. Die Verständigung mit den Organisatoren und der anderen Mannschaft klappte allerdings reibungslos und so war nach längerer Unterbrechung ("Prettyboy" Medele musste per Hypnose die auf seine Angst vor dem Dunkeln genommen werden) alles schnell wieder auf dem Platz für die restlichen 17 Minuten des Spiels, die außer eines weiteren unglücklichen Gegentores, das aber vor dem Hintergrund der sagenhaften Führung nicht von Konsequenzen war, unaufgeregt und weitestgehend ereignislos blieben.
Als Fazit bleibt also festzuhalten: Eine überragende Vorstellung der Ludischen Weltenbürger mit schönen Kombinationen und Durchhaltewillen, ein erfolgreicher Pokaleinstand für "Persischer Kriegselefant" Schwaab und "Madonna Mia" Malera, sowie eine ordentliche, wenn auch sicherlich steigerungsfähige Leistung des fünffachen Torschützen "Roque" Vierneisel, denen allesamt erstmalig die Ehre zuteil wurde, in Ludenuniform Geschichte zu schreiben, und wertvolle drei Punkte im Kampf um den Einzug in die K/O-Runde des Turniers.
Die unbändige Kraft, die aus einer derart großartigen Demonstration Ludischer Tugenden (Willens- und Charakterstärke, Präzision, Ausdauer, Technik und Mannschaftsgeist) gezogen wird, muss jetzt umgemünzt werden in Erfolge über Erfolge!
Luden, wir sind an der Reihe! Nach zwei undenkbar unglücklichen Anläufen muss der Pokal unser sein! Niemand kann ihn uns verwehren, niemand! Das ist unser Ziel und am Freitag haben wir das erste Hindernis überwunden, auf das wir auch alle weiteren überwinden können! LUDENSTOLZ!!!
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